Dass der Softwareriese Microsoft in regelmäßigen Abständen mit einem neuen Betriebssystem um die Ecke kommt, ist wohl kein großes Geheimnis. Gerade die vergangenen Versionen überzeugten jedoch nicht wirklich und hatten mit zahlreichen Schwächen zu kämpfen. Diesen Missständen hat sich Microsoft nun nach eigenen Aussagen angenommen und Windows 8 angekündigt. Neben einer neuen Oberfläche soll es mit einer deutlich kürzeren Bootzeit auftrumpfen können. Darüber hinaus wurde bekanntgegeben, dass neue Programme auch auf x86 sowie ARM laufen sollen. Gerade bezüglich der Kompatibilität ließen die Entwickler aus dem Hause Microsoft verlauten, dass der Kunde unter dem neuen Betriebssystem auf alle Programme zugreifen könne, die auch unter Windows 7 ausgeführt wurden.
Die versprochene Kompatibilität
Wie zuvor bereits erwähnt, verspricht Microsoft, dass das neue System mit einer hohen Kompatibilität zu älteren Programmen aufwarten können soll. Dieser Punkt dürfte vor allen Dingen für Unternehmen von besonderer Bedeutung sein. Da sie darauf angewiesen sind, mitunter kostenintensive Anwendungen über Jahrzehnte ohne Probleme zu nutzen, würde ein Betriebssystem nur bei einer entsprechenden Kompatibilität interessant sein. Hierbei handelt es sich nicht selten um Programme, welche vor über zehn Jahren veröffentlicht wurden. Aufgrund einer immer noch vorteilhaften Funktionalität würde eine Umstellung unnötige Kosten nach sich ziehen.
Die neue Optik von Windows 8
Beinahe jede Windows-Version kam mit einem neuen und frischen Design daher. Es verwundert somit kaum, dass dies auch bei Windows 8 der Fall sein wird. Die Preview-Version für Entwickler ließ bereits tiefe Einblicke in das Erscheinungsbild zu, wobei zahlreiche optische Neuerungen ersichtlich werden. Branchenkenner bezeichnen das Gesamtbild als eine Mischung aus dem XBox-Interface und dem mobilen Betriebssystem Windows Phone 7. Das unter der Bezeichnung “Metro Style Interface” geführte Design sorgt für ansprechende Unterschiede zum Vorgänger.
Trotz alledem ist Microsoft stets bemüht, den Charakter der Windows-Betriebssysteme durchblicken zu lassen. Neu ist jedoch, dass keine Fenster im herkömmlichen Sinne dargestellt werden. Vielmehr werden alle Anwendungen im Vollbild-Modus wiedergegeben. Angesichts neuer Entwicklungen im PC-Bereich werden Touchscreen-Monitore voll unterstützt. Per einfachem Fingerzeig können somit alle gewünschten Anwendungen ausgewählt oder sonstige Systemfunktionen genutzt werden. Wer kleinere Displays verwendet, wie dies bei Netbooks oder Tablet-PCs der Fall ist, kann eine optimale Vollbilddarstellung nutzen. Kompaktere Bildschirme mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln lassen die Übersicht vermissen, da der sichtbare Ausschnitt zu klein ausfällt.
Windows 8 Preview Screenshots
Die leistungstechnischen Differenzen zu den Vorgängern
Bei der ersten öffentlichen Vorführung des neuen Microsoft-Betriebssystems wurde es auf einem Netbook mit einem Arbeitsspeichervolumen von einem Gigabyte präsentiert. Als direkte Vergleichsmöglichkeit wurden Werte des Vorgängers Windows 7 herangezogen. So verbrauchte das ältere Betriebssystem mit dem Service Pack 1 404 MB im Grundzustand. Unter Windows 8 wurden gerade einmal 281 MB in Anspruch genommen. So waren nun statt 32 Systemprozessen im neuen Betriebssystem nur noch 29 Vorgänge aktiv. Hinzu kam eine Reduzierung von 402 Threads auf 360. Obwohl das System um gerade einmal drei Dienste gekürzt wurde, kann der Nutzer von einer weniger aggressiven Arbeitsweise der verbleibenden Prozesse profitieren. Allerdings fanden sich bei den Werten durchaus auch Schwachstellen. Gerade der Commit-Wert fällt nur geringfügig niedriger aus, als dies beim Vorgänger Windows 7 der Fall ist.
Allerdings muss erwähnt werden, dass es sich bei der vorliegenden Version um eine Developer-Preview handelt und diese somit keine Schlüsse über die finale Fassung von Windows 8 zulässt. Darüber hinaus wurde noch nicht bekanntgegeben, wann die Systemanwendungen gestartet werden müssen, um das gewünschte Maß an Leistung zur Verfügung zu stellen. Für zügige Arbeitsweisen des neuen Betriebssystems wird entscheidend sein, in welchem Zeitintervall der Prozessor den beanspruchten Speicher wieder freigibt. Wie bereits erwähnt, können abschließende Wertungen bezüglich des Verbrauchs von Systemressourcen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden. Nachdem der so genannte Release Candidate von Windows 8 verfügbar ist, ändert sich dies.
Die verkürzten Bootzeiten in Windows 8
Ein hoch angepriesener Vorzug des neuesten Betriebssystems von Microsoft soll die verkürzte Zeitdauer sein, die das System zum Hochfahren benötigt. Hierzu zählt jedoch nicht ausschließlich die reine Bootzeit, sondern vielmehr die Zeitspanne, bis der jeweilige Computer einsatzbereit ist. Gerade Nutzer, die über kein SSD-System verfügen, werden mit der Problematik längerer Bootzeiten vertraut sein. Microsoft bezeichnet dies als einen unzumutbaren Zustand und hat nach eigenen Aussagen entscheidende Schritte mit Windows 8 gemacht.
Allerdings erscheint die Lösung von Microsoft nur auf den ersten Blick vorteilhaft. Wenn man den eigenen Rechner herunterfahren möchte, wird lediglich ein Logout-Vorgang durchgeführt. Da das System nicht heruntergefahren wird, gestaltet sich die anschließende Bootzeit äußerst vorteilhaft. Die von Microsoft angewandte Methode konfrontiert den Nutzer jedoch auch mit einigen Problemen. So kann es zu Memory-Leaks kommen, welche aufgrund fehlerhafter Software entstehen. Ein einfacher Neustart des gesamten PCs würde ausreichen, um sie zu beheben. Aber auch Probleme mit der Hardware können hieraus resultieren. Da auf den meisten Desktop-PCs ausschließlich Arbeitsspeicher ohne eine integrierte Fehlerkorrektur genutzt wird, kann es in diesen Bereichen zu Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit kommen.
Die Testversion von Windows 8
Wer nun nach der Fülle an Informationen selbst einen Blick in das neue Betriebssystem aus dem Hause Microsoft werfen möchte, kann eine Testversion herunterladen. Vorab wurde die besagte Version am 13. September 2011 bereits der Fachpresse vorgeführt. Auf der Entwicklerkonferenz BUILD wurden somit konkrete Fakten zu dem Erscheinungsbild sowie den möglichen Funktionen von Windows 8 bekannt. Wirklich weltbewegende Neuerungen ließen sich jedoch nicht ausfindig machen. Trotz alledem sagen Experten voraus, dass es sich bei Windows 8 um die umfangreichste Weiterentwicklung seit Windows 95 handeln wird. Denn im Vergleich zu den Vorgängern der Microsoft-Betriebssysteme hat der Softwaregigant nun erkannt, in welche Richtung sich die Computerwelt entwickelt hat. Das Betriebssystem wurde aufgrund dessen an die gestiegenen Anforderungen angepasst. Den Entwicklern vor Ort wurde eine Testversion von Windows 8 in die Hand gedrückt. Auf diese Weise möchte man erreichen, dass bereits jetzt Apps und Programme für das neue Betriebssystem entwickelt werden.
Wer sich einen eigenen Eindruck von dem neuen Windows-Betriebssystem verschaffen möchte, erhält auf der eigens eingerichteten Webseite unter http://msdn.microsoft.com/en-us/windows/home/ die Möglichkeit. Der Nutzer sollte sich jedoch bewusst machen, dass es sich hierbei um eine unvollständige Testversion handelt. So können lediglich ausgewählte Funktionen von Windows 8 genutzt werden. Man kann zwischen einer 32 Bit- sowie einer 64 Bit-Version wählen. Zudem wurden Entwickler-Tools zur Verfügung gestellt und zum Download angeboten.
Bildnachweis: © Microsoft











